Bonn wächst auf seinem BarCamp über sich hinaus

Gedanken zum Bonner Barcamp #bcbn16

Herzstück von Social Media ist das Management von Identität, Information und Beziehungen. Um mich mit anderen Social Media Junkies zu vernetzen und auszutauschen, besuchte ich am 27. Februar im Forum Internationale Wissenschaft das zweite Bonner BarCamp. Während des Events erfuhr ich mehr über die mögliche digitale Medienhauptstadt in einigen verblüffend-interessanten Sessions.

Ein BarCamp heißt nicht, dass Besucher „an einer Bar campen“, hier Wurzeln schlagen und sich „volllaufen“ lassen, wie ein Freund vermutete, als ich ihm von meinen Samstagsplänen erzählte.

JedeR TeilnehmerIn darf ein Thema anbieten

Das Adjektiv „bar“ aus dem Althochdeutschen bedeutet „bloß“. Im Kompositum „BarCamp“ dient das Präfix „bar“ nur als Platzhalter ohne Eigenbedeutung, wie in der Informatik. Ein BarCamp ist demgemäß eine offene Tagung mit offenen Workshops (Sessions), deren Inhalte oder Ablauf von den Teilnehmenden selber zu Beginn der Veranstaltung entwickelt und im weiteren Verlauf gestaltet werden. BarCamps werden seit 2006 im deutschsprachigen Raum zunehmend veranstaltet, behandeln Themen wie Social Media, Internet und Webanwendungen und dienen in erster Linie dem inhaltlichen Austausch und der Diskussion unter den TeilnehmerInnen. Auf dem Bonner BarCamp mit über 170 Teilnehmenden wurde natürlich trotzdem gegen Ende auch Alkohol getrunken. So gab es schlussendlich Süffiges und zahlreiche Kostproben vom regionalen Ale-Mania Craftbeer und Lakritzlikör vom Kölner Anbieter Kettenfett.

Bei meinem ersten BarCampbesuch in Bonn beeindruckte mich jedoch auch die Themenvielfalt der Sessions in den insgesamt sechs Räumlichkeiten des Forums Internationale Wissenschaft, einer Einrichtung der Bonner Universität. Die Sessions der freiwilligen und oftmals spontanen ReferentInnen gingen jeweils etwa 45 Minuten. Zur Vorstellung einzelner Sessions:

Johanna Schäfer lud ab 11 Uhr bei strahlendem Sonnenschein zu einem Stadtspaziergang vorbei am Post Tower und am Rhein ein und erzählte, dass Bonn mehr sein kann, als nur die Geburtsstadt Beethovens, nämlich #grüngesund oder #interkulturellbunt. Sie berichtete charmant über ihre Bachelor-Arbeit, ihre Ideen für Bonn und von fehlender Flexibilität in städtischen Behörden. Danach besuche ich Phillip und Thomas in einer „WordPress Q & A“-Session, in der nützliche Infos, Plugins und Funktionen vorgestellt werden, etwa um Ladezeiten von WordPress-Blogs zu verkürzen oder die Sicherheit des Blogs inklusive des das Admin-Logins zu erhöhen. Einige Tipps kann man auch in Phillips Blogbeitrag zur WordPress-Performance nachlesen.

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Pia Drießen mit „Bis einer heult!“ auf dem #bcbn16

Um Affiliate Marketing oder das Geld verdienen mit dem eigenen Blog durch das Veröffentlichen von Werbung oder Produkttests ging es in einer spannenden Session von Pia Drießen. Mit ihrem sogenannten Mama-Blog Bis einer heult! und Geschichten aus dem Leben einer dreifachen Mutter schafft sie es, genug Page Impressions zu erhalten, um ihr Auskommen durch Werbung etwa für Wasch- und Reinigungsmittel und Textilien zu sichern. Sie rät den interessierten Barcampbesuchern jedoch, blogspezifische Absprachen hinsichtlich möglicher Werbemaßnahmen zu treffen, beim Layout von Werbekunden auch einmal mitzureden und auch bei Produkttests ehrlich und authentisch zu bleiben, damit man die Besucher nicht wieder verliert. Kristine Honig-Bock erzählte in ihrer Session „Netzwerkunternehmen – technisch und menschlich“, mit welchen unkonventionellen Tools und Überlegungen die dezentral organisierte Tourismuszukunft Marktforschung GmbH& Co. KG ihre interne Zusammenarbeit gestaltet. Offen sprach sie darüber, wie erleichternd es für Selbstständige manchmal sein kann, ein Netzwerk im Hintergrund zu wissen, von dem man sich Inspiration, Austausch, Ideen und manchmal sogar Aufträge einholen kann.

Ralph Grundmann stellte Coworking Bonn vor, ein neues Angebot, an dem Selbstständige in einer gemütlichen Atmosphäre sogenannte „Coworking Spaces“, also flexible Arbeitsplätze buchen können. Da das Angebot für mich selber erst einmal nicht in Frage kommt, verpasste ich die Chance, Test-Gutscheine zu erhalten. Einen Tag später bereute ich es, da zwei Selbstständige in meinem Freundeskreis eine Arbeitsplatzmöglichkeit außerhalb ihres Zuhauses suchen und sie das Angebot interessant finden. Einen Netzökonomie Battle Köln-Bonn gestaltete schließlich Gunnar Sohn, argumentativ u.a. vom Kölner Mike Schnoor und der Dortmunderin Daniela Sprung in die Mangel genommen. Anhand einer PwC-Studie und eines Rankings zu den digitalsten Städten in Deutschland wurden Standort-Faktoren von Bonn oder Köln hinsichtlich ihrer Charakteristika für eine digitale „Smart City“ verglichen, wie etwa das Vorhandensein großformatiger Events für Onliner oder einer jungen Entrepreneurszene.

Austausch über soziale Netzwerke mit dem Hashtag #bcbn16

Während des Events waren die Teilnehmenden dazu eingeladen, sich fleißig über den Hashtag #bcbn16 in den sozialen Medien via Twitter oder Facebook über das Barcamp und die inhaltlichen Angebote auszutauschen. Im Vestibül der Einrichtung wurde auch auf einem großen Monitor eine so genannte Twitterwall installiert, welche die aktuellsten Tweets mit dem oben genannten Hashtag aufführte. Die TeilnehmerInnen wurden auf sozialen Medien so auch über Inhalte parallel laufender Sessions informiert und waren dazu eingeladen, die Räumlichkeiten zu wechseln, wenn eine andere Session interessanter erschien.

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Veranstalter des #bcbn16 bei der Verabschiedung

Das ehrenamtlich von Karin Krubeck, Sascha Foerster, Johannes Mirus und HelferInnen durchgeführte Barcamp konnte nur durch zahlreiche Sponsoren realisiert werden, die teilweise auch an dem BarCamp teilnahmen und denen gegen Ende der Veranstaltung gebührend gedankt wurde. Ein insgesamt spannendes Event, das mich um viele Infos und einige neue Kontakte bereicherte.

Mehr Fotos hier.

2 Gedanken zu “Bonn wächst auf seinem BarCamp über sich hinaus

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